Trauer ist ein Arschloch

Shownotes

Trauer IST ein Arschloch.
Sie reißt Dir den Boden unter den Füßen weg und macht Zeit bedeutungslos. Ein Einkauf im Supermarkt wird zur Heldenreise und Mais bringt Dich zum Heulen.
In Folge 0 erzähle ich Dir, warum es diesen Podcast gibt - Spoiler: weil ich weiß, wie sich Trauer anfühlt!
Begleite mich, wie ich mich durch den Korridor zwischen meinem alten und neuen Leben kämpfe und lass uns zusammen ein Tool ausprobieren, dass mich durch die schwersten Momente getragen hat.
Sei gespannt auf die Reise ins Unbekannte - selbst wenn keine Sau sie antreten wollte...

Transkript anzeigen

00:00:03: Moin!

00:00:03: Wenn du diesen Podcast angeklickt hast, sitzt du grad in der Scheiße.

00:00:09: Mein Podcast heißt Trauer Tod und Teufel Und dies ist Folge Null, Trauer ist ein Arschloch.

00:00:17: Ja so derbe kann man sagen, so derbel sollte man es sagen.

00:00:21: Ich glaube so derbes sagt aber keiner Ja warum eigentlich nicht?

00:00:27: Trauer bricht über dich zusammen und du kannst nichts tun.

00:00:30: Es ändert sich alles.

00:00:34: Aber fangen wir vorne an.

00:00:35: Wer bin ich und warum rede ich überhaupt?

00:00:38: Und warum redig so?

00:00:40: Also, hi!

00:00:42: Moin mein Name ist Britta Ich bin forty- acht Jahre alt und heute vor einem Jahr kam ein Mann mit dem Notarzt in die Klinik.

00:00:51: was sich nicht wusste war dass er einen knappen Monat später tot war und ich allein erziehend mit zwei Kindern da saß Zwei Wochen später die Nachricht bekam, dass mein Vertrag und entgegen aller Zusammensicherungen nicht entfristet wurde.

00:01:05: Und das somit mein ganzes Leben einfach mal crashte.

00:01:09: Spoiler!

00:01:10: Ich bin immer noch beim Wiederaufbau.

00:01:13: Das heißt ich möchte mit diesem Podcast Hilfe geben, die man anderswo vielleicht aber auch nicht bekommt.

00:01:23: Vor allem möchte ich darüber reden wie es roh ungeschnitten denn ich habe keine Ahnung, was ich hier technisch gerade tue.

00:01:32: Wie es wirklich ist zu trauern Kinder in der Trauer zu begleiten vielleicht noch das extra Portionchen von existenzieller Bedrohung zu haben.

00:01:44: Sei es drum!

00:01:46: Mein Anliegen ist ein bisschen Linderung da zu schaffen wo's möglich ist und vor allen Dingen die Sachen mal beim Namen zu nennen.

00:01:57: Vielleicht stehst du im Supermarkt hast total vergessen, was du kaufen wolltest.

00:02:02: Stehst heulend rum.

00:02:03: bei mir war es in der Abteilung der Dosen weil ich eine Dose Mais gesehen habe und mein Mann gerne Mais aus der Dose gegessen hat dass sich heulnd im supermarkt stand.

00:02:17: vielleicht kannst du dich nicht orientieren und fragst dich welches datum haben wir heute?

00:02:21: Weil Zeit und Raum einfach keine ja keine Maßstäbe mehr sind.

00:02:28: Ich habe teilweise ein Gefühl von, eigentlich ist doch jetzt Februar.

00:02:32: Warum schwitzen meine Kinder in ihren Winterschuhen?

00:02:34: Ja ich war irgendwie ein bisschen hinterher.

00:02:38: Von der Energie will ich gar nicht sprechen!

00:02:41: Du schläft vor lauter Erschöpfung oder du schläfst gar nicht und meistens irgendeine seltsame Mischung aus Beidem.

00:02:47: Ich war sehr froh dass die Kinder zur Schule mussten denn ganz ehrlich ich wäre sonst nicht aufgestanden.

00:02:54: Konzentration vergessen wir als Schlafmangel, meistens nichts essen.

00:02:57: Essen ist noch mal ein ganz anderes Problem und vom sozialen Umfeld den Grobheiten, den Leuten die damit nicht umgehen können bestenfalls sich einfach nicht mehr melden schlimmstenfalls einen Bullshit-Bingo der Möglichkeiten beginnen mit denen man nicht gerechnet hätte.

00:03:15: kleiner Spoiler es wird schräg es wird skurril es wird grob Es wird schlimm.

00:03:22: Ich werde wahrscheinlich heulen, heulen wir zusammen.

00:03:26: Aber vor allen Dingen wirst du dich ändern!

00:03:31: Erst mal musst Du begreifen was passiert ist.

00:03:36: Ist ziemlich schwierig.

00:03:38: unser Gehirn schafft das nicht so leicht und sein Nervensystem ist Paarbeziehung gewohnt.

00:03:44: Unser ganzes Leben ist paargewohnt.

00:03:47: also ich fühle mich nach einem Jahr immer noch nicht als Single.

00:03:51: Wir waren achtzehn Jahre lang zusammen.

00:03:54: Es ist einfach noch skurril.

00:03:56: Es ist skurril, ja?

00:03:57: Ich flirte!

00:03:58: Ja?!

00:03:59: Vielleicht vergucke ich mich ein bisschen... Aber ganz ehrlich, ich bin auch nicht Single.

00:04:05: Nee.

00:04:08: Was sich dir aber nach einem Jahr und für mich ist das hier wesentlicher als der Todestag von meinem Mann mitgeben kann es folgendes Das hier ist ein Korridor Und dieser KorridOR ist lang Ist eng, ist ganz oft überwältigend.

00:04:34: Erst einsam und du gehst ihn allein.

00:04:37: Egal wie viel Freunde Unterstützung uns soziales Umfeld das dich versucht zu tragen Du hast!

00:04:44: Du gehst alleine Denn du gehest von deinem alten Leben in dein neues Leben.

00:04:52: Macht das Spaß?

00:04:54: Manchmal tut es weh Ja Ungewiss.

00:05:00: Auf jeden Fall!

00:05:02: Hast du eine Idee davon, wo der Korridor dich hinführt?

00:05:06: Nope!

00:05:07: Hast Du Lust darauf?

00:05:08: Nein!

00:05:12: Natürlich hat keiner Lust darauf überhaupt nur zu denken.

00:05:18: Jetzt entwickle ich mich weiter, ich transformiere!

00:05:20: Ich mache ein Glow-Up und was für eine Scheiße.

00:05:22: nicht noch im Internet kursiert, die man sich anguckt und denkt, oh, ich hätte auch gern diese Probleme.

00:05:28: Ich würde mich auch gerne damit beschäftigen dass mein bäisches Instagrammable Wohnzimmer jetzt nicht mehr der neueste Trend ist oder das meine Haut einen Glow Up verdient.

00:05:40: Diese Probleme hätte ich auch gerne habe aber nicht.

00:05:43: Also ich habe auch kein B-Schuss Wohnzimmer, aber du weißt was ich meine.

00:05:48: Dein Leben ist anders geworden über Nacht vielleicht über Monate.

00:05:55: Vielleicht hast Du wie ich fast ne Monat an einem schrecklichen Anblick von Krankenbett gesessen und hast viel zu viele Körperflüssigkeiten Gerätschaften an deinen geliebten Menschen gesehen.

00:06:09: Ich kann dir nur empfehlen, macht Körper Traumatherapie um das gut zu verarbeiten.

00:06:15: Vielleicht ging es schnell vielleicht was langsam.

00:06:18: Fakt ist Es ist vorbei und das tut mir entsetzlich leid für dich!

00:06:24: Es tut mir weh weil ich weiß wie er sich anfühlt Weil ich weiß Wie es ist diese fassungslosigkeit Zu spüren Und gleichzeitig bei mir war's zumindest so ein Hohenlachen So ein Leben.

00:06:38: Ist das jetzt ein Witz?

00:06:39: Ernsthaft?

00:06:41: Das kann doch nicht wahr sein!

00:06:44: Doch es ist wahr.

00:06:48: Es tut weh und es wird noch lange wehtun, es wird aber schön werden mehr und mehr.

00:06:58: Ich lade dich ein dass du und ich in unseren Korridoren gehen Du in deinem, ich in meinem Denn wir können sie leider nur alleine gehen Aber wir legen sie ein Stück zusammen, nur ein Stück und gehen diesen Weg gemeinsam.

00:07:21: Dafür ist dieser Podcast da, dafür versuche ich dazu sein mit kleinen Anekdoten, mit Dingen die mir geholfen haben, mit Dinge die mich überhaupt nicht geholften haben – mit Techniken und Tools, mit Übungen und einfach mit der Erfahrung.

00:07:40: so beschissen Sie es, wie ich jetzt ein Jahr habe!

00:07:45: Und ich möchte dich gleich dazu ermutigen, mit mir das zu tun was für mich die schlimmste und beste Übung war.

00:07:57: Ich lehne mich hier an eine Trauermeditation von Esther Eckhardt an Von Eckard Yoga Die dazu einloot mit der Trauer zu sitzen Denn das ist es was wir ja auf gar keinen Fall wollen.

00:08:15: Wir wollen ja alles Aber nicht das.

00:08:19: Und seien wir ehrlich, so anstrengend diese ganze Bürokratie ist und davon werde ich wahrscheinlich einen Buch schreiben können Es ist hilfreich weil es dich ein bisschen in der Realität halten kann und dich beschäftigt hält damit du nicht sofort in dieses große Loch fällst.

00:08:41: aber lass uns jetzt zusammen mutig sein und drei Minuten zusammen trauer fühlen.

00:08:50: Wie das geht, machen wir jetzt zusammen.

00:08:55: Also!

00:08:56: Falls du Auto fährst bitte fahr rechts ran, setzt die Warnblinkanlage und halte für drei Minuten an.

00:09:05: Ich möchte dich einladen wenn nun möchtest die Augen zu schließen.

00:09:08: Wenn dir das zu viel ist lass einen kleinen Spalt auf Und atme tief ein... ...und aus nochmal ein... ....und aus.

00:09:23: Nimm die Schultern mit nach oben zu den Ohren und beim nächsten Ausatmen lass sie fallen.

00:09:30: Noch einmal!

00:09:32: Schultern zu den Uhren und... Lassen einmal noch, und fallen lassen.

00:09:40: Und jetzt lege die Hand auf dein Herz und begib dich auf die Reise nach innen.

00:09:48: Keine Angst?

00:09:50: Ich hole dich wieder raus.

00:09:52: Wir schauen drei Minuten hin da wo die Trauer sitzt.

00:09:57: Also mit dem nächsten Einatmen, fühl wobei dir die Trauer sitzt im Körper.

00:10:07: Vielleicht ist dein Herz schwer oder eng?

00:10:12: Vielleicht zieht sich die Kehle zusammen.

00:10:17: vielleicht hast du gerade gemerkt dass deine Schulter nach vorne sinken in diese zusammengekrömmte Haltung die wir alles so gut kennen.

00:10:29: Bei mir ist es die Kähle Ist das der Magen?

00:10:35: Die Augen wollen weinen und lustigerweise sind meine Hände auch heute traurig.

00:10:44: Sie sind steif, und es ist schwere in ihnen!

00:10:51: Und bevor ich mich jetzt wieder in Interpretationen verliere oder in Geschichten lade ich dich ein, wieder zu deinem Körper zu kommen so wie ich zu meinem komme.

00:11:03: Keine Geschichten lasse dich in deinem Geist nicht darauf ein, bleibe im Körper Wenn du merkst, du driftest ab.

00:11:14: Hol dich sanft zurück.

00:11:15: Spüre die Hand auf deinem Brustbein.

00:11:21: Spure deinen Atem und spüre wo deine Trauer ist.

00:11:28: Vielleicht ist es in den Füßen im Rücken ganz egal!

00:11:34: Wir sind das erste Mal hier einfach ganz tapfer um zu fühlen Tränen dürfen fließen Schwere und Litagi darf kommen Hoffnungslosigkeit.

00:11:50: Lass sie gehen!

00:11:53: Geh wieder zurück zu deinem Körper.

00:11:58: Ich weiß es ist schwer hinzuschauen.

00:12:01: Du hast das bald geschafft.

00:12:08: Schau noch hin Sein lieb und voller Gnade für dich.

00:12:12: Diese Zeit ist unglaublich schwer Und du machst das unglaublich gut.

00:12:21: Atme noch einmal tief ein und aus Bringe die andere Hand auf dein Herz und bedanke dich für deinen Mut.

00:12:34: Und ganz langsam klärst du zurück, rollst deine Schulter nach hinten, ganz langsam öffnest du deine wunderschönen Augen, ballst deine Hände zu Fäusten rechstig und streckstich – und hast es drei Minuten geschafft hinzuschauen, wo dein größter Schmerz sitzt!

00:12:59: Denn dein Körper ist das, was mittrauert und was so oft vergessen wird.

00:13:05: Aber er ist das größte Portal um die Trauer rauszulassen.

00:13:12: So ich hoffe... Das hat dir geholfen.

00:13:17: Ich hoffe wir hören uns bald wieder Und ich freue mich darüber Dass du da warst!

00:13:25: Ich wünsche dir einen guten Weg in deinem Korridor Und denk immer daran Es ist nur der nächste Schritt.

00:13:37: Alles Liebe, deine Britta!

Kommentare (1)

Véronique

‧
Liebe Britta, Danke. Einfach danke. Danke für alle, die genau fühlen, was du beschreibst. Und danke für dich selbst. Ich fühle mit. Ich freue mich auf die nächste Folge! Fühl dich umarmt 🫂

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